Radon messen –
Risiken sicher beurteilen
Radon kann in jedem Gebäude vorkommen. Nur Messungen zeigen zuverlässig, welche Radon-Konzentrationen in den Räumen eines Gebäudes tatsächlich auftreten.
Was ist Radon?
Radon ist ein radioaktives Edelgas natürlichen Ursprungs. Es entsteht im Boden durch den radioaktiven Zerfall von natürlichem Uran, das in vielen Gesteinen vorkommt; Radon selbst ist ein Zerfallsprodukt von Radium.
Über Poren, Spalten und Risse gelangt Radon aus Böden und Gesteinen in Gebäude und reichert sich dort in den Innenräumen an. Wie hoch die Konzentration ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Radon im Baugrund entsteht, wie durchlässig der Baugrund ist und wie das Gebäude gebaut ist.
Warum Radon ein Gesundheitsrisiko ist
Beim Einatmen führen die Folgeprodukte von Radon zu einer Bestrahlung der Lunge und damit zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. In der Schweiz sterben jährlich 200 bis 300 Personen an Lungenkrebs, der durch Radon in Wohnräumen verursacht wurde. Nach dem Rauchen ist Radon damit die häufigste Ursache für Lungenkrebs.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG
Im Jahresmittel weisen Aufenthaltsräume eine Radon-Konzentration von durchschnittlich rund 50 Becquerel pro Kubikmeter auf. Ob ein Gebäude darüber liegt, lässt sich nur durch eine Messung klären. Verschiedene Schutzmassnahmen helfen, die Konzentration wirksam zu senken. Der Bund verfolgt das Thema mit dem Aktionsplan Radon 2021–2030.
Seit Anfang 2018 gilt in der Schweiz ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³). Damit sind rund 10 Prozent der Gebäude von Radonkonzentrationen betroffen, die für die Menschen, die sich darin aufhalten, gesundheitlich bedenklich sind. Der vom Bundesrat am 8. Mai 2020 verabschiedete Aktionsplan Radon 2021–2030 führt die Radonschutzstrategie des Bundes fort; Kantone, Suva und weitere Akteure setzen die Schutzmassnahmen koordiniert um.
Quelle: BAG, 8. Mai 2020
Radon im Video erklärt
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Wo wir Radon messen
Radon betrifft überall dort Menschen, wo sie sich regelmässig und über längere Zeit in Innenräumen aufhalten. Wir messen unter anderem in:
- Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten: Gemäss Strahlenschutzverordnung sorgen die Kantone dafür, dass in Schulen und Kindergärten Radonmessungen durchgeführt werden. Wird der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten, ordnet der Kanton innert höchstens drei Jahren eine Sanierung an.
- Öffentlichen Gebäuden: zum Beispiel Gemeindehäuser, Verwaltungen, Turnhallen, Bibliotheken und Vereinslokale.
- Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, in denen sich Menschen besonders lange aufhalten.
- Betrieben und Arbeitsplätzen, vor allem in Untergeschossen und erdberührenden Räumen wie Werkstätten, Lagern und Büros.
- Wohnhäusern und Mehrfamilienhäusern – für Eigentümer, Verwaltungen und beim Kauf oder Verkauf einer Liegenschaft.
- Neu- und Umbauten sowie energetischen Sanierungen: Neue, dichte Fenster oder umgenutzte Kellerräume können die Radonkonzentration verändern. Eine Messung schafft hier Klarheit.
Quelle: Strahlenschutzverordnung (StSV), Art. 164; BAG
So gehen wir bei der Messung vor
Radon lässt sich auf verschiedene Arten messen. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, denn die Radonkonzentration schwankt zeitlich und örtlich stark. Diese Einflüsse berücksichtigen wir bei der Planung und Auswertung jeder Messung.
Kurzzeitmessung (orientierende Messung)
Für eine erste Einschätzung setzen wir elektronische Messgeräte ein, die empfohlen mindestens sechs Tage in einem Raum stehen. So lässt sich das Radonpotenzial eines Gebäudes rasch abschätzen («Screening») oder es lassen sich Stellen finden, an denen Radon eindringt («Sniffing»). Eine Kurzzeitmessung gibt einen Hinweis auf eine mögliche Überschreitung des Referenzwerts. Auch die Wirksamkeit von Sanierungsmassnahmen überprüfen wir unmittelbar mit zeitaufgelösten elektronischen Messungen.
Langzeitmessung
Für verlässliche Langzeitwerte eignen sich passive Radon-Dosimeter (Exposimeter). Sie arbeiten nach dem Kernspurverfahren (DIN 25706‑1) und liefern vom BAG anerkannte Ergebnisse. Die Messung dauert mindestens drei Monate in der Zeit zwischen Oktober und April. Dazu werden mehrere Dosimeter in verschiedenen Räumen platziert und anschliessend in einem Labor ausgewertet.
Kontrollmessung nach einer Sanierung
Nach Abschluss einer Sanierung bestätigt eine Kontrollmessung über mindestens drei Monate im Winterhalbjahr die erreichten Werte. Solche Messungen sollten in regelmässigen Abständen von 5 bis 10 Jahren wiederholt werden.
Handeln Sie, bevor es zu spät ist.
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